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Der Lokführer
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Zeleznik war aus dem Häuschen. Da war sie endlich. Die gülden im Sonnenlicht schimmernde Lok, strahlend wie ein Ritter in edelster Rüstung. Elegant, kraftvoll, edel. Ein Meisterwerk der Technik, fabelwesengleich. Gebaut mit höchster Liebe zum Detail, exakt wie ein schweizer Uhrwerk, das Ziel die Schienen Europas und die Rekorde auf allen wichtigen serbischen Verbindungen. Frenetisch der Beifall, bewundernd die Blicke. Das Volk jubelte voller Ekstase als sie Dampf mit einem schrillen Pfeiffen in den Himmel entliess. Doch dann passierte es. Vom stillgelegten, grasüberwucherten Nebengleis der Bedeutungslosigkeit und der Verhöhnung rollte eine vergammelte Draisine. Aufgeschreckt von der plötzlichen Bewegung ihres Spiel- und Tollplatzes schreckten zwei sich paarende Ratten hoch und streckten ihre Köpfe in die Höhe, um mit ihren |
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Knopfaugen zu erfassen, was da nun passierte. Auch der abendliche Routine-Stuhlgang einer Taube wurde jäh unterbrochen - ihr schwarzweisser Klecks landete nicht wie üblich auf dem Haltegriff. Der verwahrloste zelezniker Eisenbahner, in fieberhaftem Eifer den Antriebshebel auf- und abbewegend, mit irrem Blick, einweisungswertem Lachen und festlich geschmückt mit einer speckigen Krawatte, erreichte quietschenden Rades und rostaufwirbelnd das Hauptgleis und prallte gegen den cacakschen Eilzug. "...oder endscheitet ein verhaltenskreativer Neuling den Ausgang?", fragt Pellegrini. Nein, einer der nur deshalb nicht absteigt, weil er besser ist als zwei Vereine ohne Trainer und besser als ein Verein, der ohne Trainer sicher besser wäre. Aber Trainer fenris versteht: auch der verlachte qbat will der Meisterschaft seinen Stempel aufdrücken. |
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10.08.2010 11:57 -
fenris -
Borac Cacak
(0.0 TK)
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