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Der SM-Runner
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Diesen peinlichen Beinamen hat er sich gegeben. Und während er selbst sich immer mit seinem selbst gegebenen Attribut bezeichnet, erntet er hinter seinem Rücken nur Hohn und Spott. Er will die Gipfel in Rekordschnelle stürmen, und noch bevor er ganz oben ist, schiesst er Gipfelfotos von sich selbst. Nur leider im entlarvenden Winkel, ganz in Sky-Runner-Manier eines Christian Stangl. Doch in seiner Mammut-Jacke fühlt er sich unbezwingbar. Und sein Orange-Handy ist das Fenster zu seiner visualisierten Welt. Die „16-Summits“ der Prva Savezna will er als erster bezwingen mangels anderer Herausforderungen, denen er sich stellen kann, oder vielmehr: die er erreichen |
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könnte. Daher muss er sich neue Ziele erfinden, mit denen er sich schmücken kann: „Gegentorrekord“, „Liebling der Götter“, oder eben die „16-Summits der Prva Savezna“. Wie peinlich das Ganze ist, wird ihm von seinem Personal-Coach ausgeredet. Er schwärmt von längst vergangenen Erfolgen, von Frauen, die er niemals hatte, und vom K2, den er ganz allein und über die lebensgefährlich verschlammte Südwand, bezwungen haben will. Seine Welt hat er sich visualisiert. Das hat er in einem Selbstfindungs-Seminar mit Andreas Berger und Bernhard Kohl gelernt. Die haben ihm auch eingeredet, er bräuchte diesen bescheuerten Markennamen.
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11.09.2010 08:25 -
Bernd -
Roter Stern Belgrad
(0.3 TK)
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