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The Superliga-Compilation II 3/3
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Im dritten und letzten Teil der Zusammenstellung internationaler Top-Hits, funkelnder Preziosen und sperriger Kuriositäten folgen nun die Titel, die sich im hinteren Drittel der Superliga-Compilation befinden. Die Reihenfolge des Samplers wurde übrigens unter notarieller Überwachung vom Ziehungsbeauftragten Robert Hoyzer absolut zufällig festgelegt. Auf diese Weise landeten die Top 3 der Vorsaison nur auf den hinteren Plätzen der aktuellen CD.
13. Benfica Lissabon (Kent Karlsson): Cora: “Amsterdam“
Geheimnis deutscher Schlager. Im Land des Fado hat sich der Trainer von Benfica dabei für die melancholische Variante entschieden und für den Eigenbedarf gleich den Text ein wenig modifiziert: „Komm wir fahren nach Lissabon; und treffen dort auf Kent Karlsson; im Estadio da Luz, da ist’s immer toll; ob Porto, ob Sporting, die Hütte gibt’s voll!“ Das poetische Werk genießt bei den Fans von Benfica bereits jetzt Kultstatus. In der portugiesischen Presse wird Karlsson als ein würdiger Nachfolger von José Samarago („Die Stadt der Blinden“) tituliert.
14. Vitória Setúbal (andie wand): Jule Neigel Band: “Schatten an der Wand”
Ob man einen Schatten hat, wenn man sich freiwillig in die Löwengrube der Superliga begibt, darüber kann man trefflich diskutieren. Auch wie das mit dem bestimmten Artikel war, bleibt im deutschen Idiom schwierig. Der Wand? Die Wand? Das Jule Neigel Band? Eine treffende alternative Nominierung hätte ebenfalls “Crying at the discotheque” von Alcazar dargestellt, nachdem der jüngste Coach Portugals bei der offiziellen Trainer-Saisoneröffnungsparty im angesagtesten Club von Lissabon leider nicht am Türsteher vorbeigekommen war.
15. Marítimo Funchal (Horst Manson): James Last: “Traumschiff Melodie”
Die Blumeninsel Madeira ist nicht nur ein gut gewähltes Reiseziel ausländischer Touristen, sondern auch ein beliebter Zwischenstopp von Kreuzfahrtschiffen auf dem Weg nach Südamerika. Somit darf sich Funchal auch über viele betagte und |
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kaufkräftige Besucher freuen. Mit Blick auf die von den Kollegen bis dato sträflich vernachlässigte Zielgruppe der Senioren, wählt Horst Manson mit dem Titel von James Last einen wahrlich maritimen Song aus.
16. SC Covilha (Tor-Ben): Welle:Erdball: “Schweben, fliegen und fallen”
Computer-Fan Tor-Ben hat sich für seine erstmalige Titelauswahl bei einer elektronischen Tanzmusikcombo mit dem unvergänglichen Charme des Commodore C64 bedient. Diese beschreibt treffend den Saisonverlauf des SC Covilha unter den Vorgängern Dan Solo und Barney Stinson, die beide bereits frühzeitig ihr Pulver verschossen hatten. Dies führte stets dazu, dass der Verein zunächst an die Spitze schwebte, dort bis zur Halbzeit weiterflog, um dann mit einem lauten Knall wieder auf dem harten Boden der Realität aufzuschlagen.
17. Associacao Naval (bandura): Freddy Quinn: “Wir lagen vor Madagaskar”
Das nennt man dumm gelaufen. In der letzten Spielzeit hatte sich Kutterkapitän bandura mit seiner Mannschaft bei der Anreise zum Auswärtsspiel auf Madeira mit seinem morschen Seelenverkäufer gehörig versteuert und war plötzlich vor der ostafrikanischen Küste aufgetaucht. Als kleine Reminiszenz an den verunglückten Ausflug wählte der Coach aus Figueira da Foz den alten Klassiker in der Version von Legende Freddy Quinn. Im Übrigen werden im Liedtext auch sehr gut die hygienischen Verhältnisse an Bord widergespiegelt.
18. Estrela Amadora (Paulo): Rudi Schuricke: “Heimat, Deine Sterne”
Während an anderer Stelle dem widerwärtigen Zeitgeist gehuldigt wird, bleibt sich Champion Estrela Amadora treu. Wie im Vorjahr nominierte Coach Paulo eine unvergängliche Melodie von seinem Lieblingskünstler Rudi Schuricke. Nicht umsonst verfügt der Meistertrainer über eine nahezu einzigartige Sammlung an Schellackplatten von den Kardasch-Sängern und vom Schuricke-Terzett. Insgesamt also ein passender und rührender Ausklang für eine CD, die den Hörer mit einem wohligen Gefühl und einer Träne im Augenwinkel zurücklässt.
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18.09.2010 14:48 -
Horst Manson -
Marítimo Funchal
(0.3 TK)
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