Die Gefängnis-Leoparden stehen auf Platz Eins der Tabelle und werden wohl im nächsten Jahr in die ruhmreiche Sambiatische Premier League zurückkehren. Doch von eitel Sonnenschein ist auf dem Gefängnishof nichts zu spüren - hinter verschlossenen Türen rumort es gewaltig! Der Erfolgstrainer B. Bello und der gesetzbuchtreue Gefängnisdirektor haben sich zerworfen. Ausgelöst wurde die miese Stimmung durch ein amoröses Tête-à-tête zwischen Bello und der Frau des Direktors. Ein Wächter hatte dem Schauspiel mehrere Minuten heimlich beigewohnt, ehe er der Gefängnisleitung Bericht erstattete: "Die Gitterstäbe waren ganz beschlagen und man verstand sein eigenes Wort nicht mehr!" so der verstörte Vollzugsbeamte. Der Direktor war außer sich und fordert seitdem den sofortigen Rauswurf Bellos.
Doch das ist leichter gesagt als getan! Bello genießt nicht nur wegen dem sportlichen Erfolg großen Rückhalt bei den Insassen der Mannschaft. Der Kapitän der Mannschaft (zweimal Lebenslänglich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses) bestätigte vor der Presse: "Er hat viel für den Strafvollzug getan! Zum Bespiel hat er
durchgesetzt das wir uns in unserer Freizeit auch mit Vögeln beschäftigen dürfen. Das macht die endlosen Tage hinter Gittern viel erträglicher." Eine Auflösung von Bellos Vertrag könnte also nur durch sportlich schlechte Ergebnisse gerechtfertigt werden. Wozu die Liebelei in Zelle 69 sicher nicht zu zählen ist - das war mehr als sportlich! Eine Kündigung aus einem anderen Grund kommt ebenfalls nicht in Frage, da die damit verbundene Abfindung für die Leoparden den Konkurs bedeuten würde.
Trotz der kniffligen Situation ist der Direktor was am planen dranne: angeblich steht mit Mahamadou Doltombwe schon ein passender Nachfolger bereit. "Er kennt den Knast wie kein anderer!" wird der Direktor zitiert. Der Club von Doltombwe soll aufgrund des ausgezeichneten Rufes der Bello vorrauseilt sein Einverständnis bekundet haben. Allerdings könnte der Deal wohl nur über die Bühne gehen, wenn die Citizens aus Lusaka ebenfalls in die Premier League aufsteigen - mit einem weiteren Jahr in der Division One wird sich Bello wohl kaum zufrieden geben.
Bello selbst gab sich der Presse gegenüber diplomatisch: "Ach was solls! Die Alte war eh schäbbich wie die Nacht!"