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Wieder läutet Beat Uhse die Literaturglocke auf der Pressetribüne des AS Saint-Etienne. "Siege im Fussball werden im Nachhinein immer als gerecht dargestellt. Gerechtigkeit ist eine Tugend, die in der Kontemplation errungen wird. Keine Instanz ist von dieser Situation der Ruhe weiter entfernt als das Fussballpublikum. Es will sich einmischen. Es will seinen Anteil an der Schöpfung. Jede Schöpfung ist lärmend und parteiisch. Was sie erschafft, ist gut, freilich nicht im moralischen Sinne. Das Geschrei macht das Publikum im Fussballspiel schöpferisch. In keinem anderen Sport |
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kann der Zuschauer das Ergebnis so sehr beeinflussen wie hier.-Ein Tor ist nie wirklich zwingend. Es ist immer eine Überraschung, selbst in aussichtsreicher Position. Der Schütze braucht ein Quentchen Draufgängertum mehr als der Verteidiger, einen winzigen Vorsprung an Kraft und Entschlossenheit, der ihn um einen Hauch schneller handeln lässt als die Abwehr. Die grossen Mannschaften schöpfen diesen Vorteil oft aus der Ressource ihrer vergangenen Erfolge, in ihrer Erfahrung und ihres Namens." Dann blickte Beat von seinem Skript auf und schaute in eine verblüffte Reporterschaft. |
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24.01.2011 23:13 -
Beat Uhse -
AS Saint-Étienne
(0.3 TK)
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