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Ein italienisches Märchen
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Nun liegen meine Gedanken an den Gestaden Italiens und wippen in der gleichförmigen, doch niemals traurig machenden Wellenbewegung, die dem Land die Dinge wiedergibt, die es auf dem Meer verloren hat. Eine alte Kleiderkiste, ein Stück Segeltuch oder einen ausgebleichten Schiffskoch spült die Flut an manchen Tagen an.
Da gibt es über das ganze Land verteilt diese kleinen, etwas verlassenen Dörfer in denen die Zeit keine Rolle spielt und der Sand nur so schnell wie er selbst will durch das Stundenglas fällt.
Dieses Klima, diese |
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Wesensart, diese malerischen Hintergründe. Eine Bank steht auf einer nach vorne gezogenen Klippe, verlassen und alt, die Farbe an dieser und jener Stelle schon abgeblättert. Auf der linken Seite liegt eine Orange, auf der rechten ein aufgeschlagenes Buch und in der Mitte sitzt dieser einsame Mann. Sein Blick schweift weit ab, saugt die Atmosphäre mit einem kräftigen Atemzug ein und wendet sich wieder seinem Pirandello zu.
Am nächsten Tag bringt die Flut drei Dinge an Land: Eine Orange, ein durchnässtes Buch und einen Mann, der nie ein Schiffskoch war. |
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26.01.2011 08:33 -
Mc Phillster -
Changchun Yatai
(0.3 TK)
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