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Interview mit einem Losgelösten
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Viel war über ihn und wenig war von ihm zu hören, die Rede ist von Powerkraut dem Zweiten. Für unsere Zeitung Anlass genug, unseren fähigsten Reporter mit dem Auftrag eines Exklusivinterviews auf die Suche nach dem Trainer des WA Boufarik zu schicken. Im Höhenlager der algerischen Nationalmannschaft gelang es ihm dann endlich, Powerkraut den Zweiten zu einem kurzen verbalen Schlagabtausch zu stellen.
Reporter: Herr Powerkraut II., in letzter Zeit sind sie als Volkshochschulvorturner für angehende Fußballtrainer wahrgenommen worden. Kann es sein, dass sie momentan etwas zu wenig in das Training ihrer Mannschaft stecken? Immerhin sind sie Tabellenletzter.
Powerkraut II: Das ist ihre ureigenste Interpretation. Wir haben momentan keinen Grund, irgendetwas an unserem System zu ändern.
R.: Ähem, lassen wir das mal so stehen. Ich treffe sie hier im Höhenlager der Nationalmannschaft. Was machen sie hier? Werden sie am kommenden ZAT überhaupt auf der Bank sitzen?
P.: Ich bin großer Fan und Unterstützer unserer Wüstenfüchse. Ausserdem habe ich letztes Jahr am VHS-Kurs "Wie lese ich als Beifahrer eine algerische Landkarte" teilgenommen und wurde aufgrund dieser Qualifikation vom Verband als Beifahrer für den Mannschaftsbus quasi zwangsrekrutiert.
R.: Na immerhin ersparen sie damit dem japanischen Fußballverband eine Menge Geld, nämlich ihre Reisekosten. Sie gehen bei der WM als Trainer der |
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japanischen Mannschaft an den Start. Müssten sie da nicht in doppelter Hinsicht ein schlechtes Gewissen haben?
P.: Nein, wieso schlechtes Gewissen? Wir Algerier fahren doch mit dem Bus und müssen nicht wie die Japaner fliegen. Das ist doch viel billiger.
R.: Ja und ihre moralische Verpflichtung gegenüber Algerien? Schließlich haben sie sich eben als großer Fan der Fennecs bezeichnet.
P.: Kommen sie mir doch jetzt bitte nicht mit Moral im Fußballgeschäft!
R.: International befinden sie sich in der ersten Qualiphase in einer scheinbar guten Situation. Die nächste Runde winkt. Wie schätzen sie ihre Chancen ein?
P.: Pokal ist Pokal und hat eigene Gesetze. Auch und gerade international. Wir müssen auf jeden Fall unser Heimspiel gewinnen, bei dem ich selbstverständlich auch auf der Bank sitzen werde. Und vielleicht gelingt uns bei Nkana FC ja auch ein Sieg.
R.: In der Liga läuft es nicht gut. Lässt sie das völlig kalt? Sie erscheinen so losgelöst.
P.: Ja, losgelöst gefällt mir. Das trifft es ziemlich gut. Ich habe ein neues Mantra erlernt, welches mir zu einer unglaublichen Tiefenentspannung verhilft. Das Trainergeschäft erscheint mir nach meinen täglichen Sitzungen immer so unwichtig.
R.: Vielen Dank für das Interview und die offenen Worte. Wird man in Zukunft wieder öfter von ihnen hören?
P.: Na klar. Davon können sie getrost ausgehen. |
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27.01.2011 18:53 -
Powerkraut II -
WA Boufarik
(0.3 TK)
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