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Präsidiale Schlucktour
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Über die Vorwahl zum höchsten Staatsamt Sambias in der Vorwoche war sich die Medienwelt einig: Es war eine einzige Farce. Zwar wurde eine freie und gleiche Wahl ebenso wenig erwartet wie erwünscht, doch traten die Unregelmäßigkeiten in einem Maße auf, dass sie selbst der sonst so polemische Inquisitor missbilligte. Als schließlich Heerscharen von Leibeigenen die Wahllokale überrannten, wurde die Reißleine gezogen und die Vorwahl abgebrochen.
Alles nach Plan also für Joe Dalton, kam er nach Stimmenauszählung nur auf magere 1%. Doch mit Recht behauptet der Inquisitor, ein Präsident müsse nicht beliebt sein, sondern in erster Linie viel trinken können. Es wurde also ein eilig anberaumtes Trinkgelage organisiert, das den 2. von drei Präsidentschaftskandidaten aus den verbliebenen Anwärtern hervorbringen sollte. Einzig der Markert brauchte nicht teilnehmen, da er als Sieger aus dem Wahlbetrugs-Contest hervorgegangen war, gesellte sich aber dennoch dazu, um seinen Kontrahenten seine nach eigener Einschätzung allumfassende Überlegenheit zu demonstrieren.
Bereits zum Auftakt versuchte sich Massai Uno vergeblich an der Weißweinschorle und musste nach Kurzem Nippen in zwei Anläufen passen. Zu schwer und unkuriert lastete noch sein Leberschaden. Auch Mandelator schied früh aus, oder besser gesagt wurde ausgeschieden. Zu sehr zuwider war den übrigen Kandidaten sein hin- und her Gewedel mit dem verschmutzten Wischmob – vom strengen Geruch aus sämtlichen Körperöffnungen ganz zu |
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schweigen. Blieben also noch Reacher, Grabowski, Markert und Dalton. Nach ca. 10 Runden Zambezi hatte sich die Versammlung langsam warmgetrunken. Und schon gingen Reachers Klagen los. Mit hoher, sich überschlagender Stimme stieß er wiederholt Wehlaute aus und verlange nach Prosecco statt Zambezi. Nachdem er auf sein weibisches Gekreische nur Hohn und böse Blicke erntete, verließ er beleidigt die Runde und bezeichnete das Gelage als „burgeois“. Weiter ging es bis weit jenseits des 30. Zambezis. Es wollte sich einfach kein Sieger abzeichnen, bis sich Lügnav schließlich entschloss die Geheimwaffe einzusetzen: Den „Bitte nicht“: Einen Kurzen, bestehend aus Absinth, Wodka, einer Peperoni-Schote und einer zusätzlichen, unbekannten Zutat. Nach kurzem, konzentrierten Blickkontakt stürzten ihn die Kontrahenten hinunter. Einen Moment lang regte sich niemand. Dann erbrach sich Grabowski über den Tresen und viel vornüber. Auch Dalton wankte, fiel aber nicht. Einzig Markert textete munter weiter und bestellte sich gleich noch Zwei. Dalton hatte Grabowski, der als Favorit in diesen Wettstreit gegangen war, also mit seinen eigenen Waffen geschlagen und steht als Präsidentschaftsanwärter fest. Unter tosendem Jubel wurde Dalton von seinen Anhängern, dem getreuen El Galatasaray und dem treulosen Lutscher, der wieder zu seinem Herrn zurückgekehrt ist, hinausgetragen. Reacher, immer noch gekränkt, plauderte hinterher aus, dass Markert auch diesen Wettstreit verschoben hätte, indem er den Barkeeper bestach seine Getränke zu verdünnen.
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24.02.2011 11:31 -
Mahamadou Doltombwe -
Lusaka City Council
(0.3 TK)
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