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Schnack .:XLI:. Ausgelutscht - Ein Nachruf
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São Paulo Angesichts dieser Meldung bewegt die Corinthenschnacker-Redaktion dann doch nochmal ihre Ärsche auf die Gummibälle: Pudding Lutscher verläßt Vasco da Gama.
Wir möchten die Angelgenheit nüchtern, aber auch verärgert betrachten. So nüchtern, wie den abgenuckelten Stil eines total überzuckerten Lutschers. So verärgert, wie es die Mutter wäre, wenn ihr Zögling seine dritte Schüssel Pudding nicht mehr aufessen konnte - aus Erschöpfung, aus Ungeduld.
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1. Warum kam der Lutscher nach Brasilien?
Das läßt sich einfach beantworten: Maßlose Selbstüberschätzung und Titel um Titel einheimsen, ohne sich den Buckel krumm zu schuften Nur die harten kommen in den Soja-Garten, sprich: in die Série A.
Wer hier aufkreuzt, der kommt eigentlich nicht mit dem Ziel, in kürzester Zeit so viele Stars und HOF-Titel wie möglich einzuheimsen, sondern sich mit einer Auswahl der Besten zu messen. Alex, Roberto Carlos, Yamamoto, Chris, jolebeau, Dr. Doom, Costa Ricanabis und wie sie alle heißen - Kanonenfutter gibts woanders. Dazu noch ehrgezige, aufstrebende Neulinge, wie Udo, schnippel und Dixie. Selbst die Copa-Legende Thomas Wagner hielt es hier bis zuletzt, obwohl er in 4 Saisons kein Mal unter die Top10 kam.
Erfolge holen sich die Trainer auf anderen Kontinenten mit anderen Accounts, hier wird gefightet und gepokert. Hier ist es eine Ehre, wenn man Brasilien international vertreten darf. Vom Meistertitel ganz zu schweigen.
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2. Wie schlug sich der |
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Lutscher in Brasilien?
Respektabel. Sehr respektabel sogar. Aus dem Absteiger Vasco da Gama formte er innerhalb einer Saison eine Spitzenmannschaft. Mit Platz 3 und Platz 2 war Vasco da Gama Brasiliens beste Mannschaft der jüngsten Vergangenheit. Und auch diese Saison spielt sein (Ex-)Team wieder oben mit.
Zeitungstechnisch gesehen pegelte er sich jedoch bald schon im Mittelmaß ein.
Vom anfänglichen Hype um seine Person und dem örtlichen Zuckervorkommen aufgeputscht schrieb der Lutscher einen Knaller nach dem anderen. Allein die Story rund um Hotte wird noch lange für lutschige Situationen sorgen. Doch irgendwann schien sein Ghostwriter er die Lust am Schreiben verloren zu haben. Denn während seine "Brüder" in Sambia und Australien weiter stusselten, wurde es in Rio sehr ruhig, leider.
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3. Die Trennung
Zu groß, zu unfamiliär und unter dem Strich alles in allem einfach zu erfolglos.
In gewisser Weise gerechtfertigt.
22 Vereine, 44 Spiele, Geschmackssache. Probieren geht über studieren.
Keine Kolumne, verhältnismäßig wenige Schreiberlinge, keine WG, kein gemeinsamer National-Feind. Die Dominanz Sao Paulos. Zwei Staatsmeisterschaften. Genügend Story-Potential? Anspruchssache.
Perú wird anders sein. Doch besser?
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Mit Lutscher geht jemand, der noch gar nicht richtig angekommen ist. War er, ist er noch nicht bereit für die Herausforderung Brasilien? Oder ist Brasilien noch nicht reif genug für Lutscher? Vielleicht etwas von Beidem. Sodenn warten wir geduldig. |
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24.03.2011 12:23 -
Dugarry -
SC Corinthians Paulista
(0.3 TK)
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