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Perditos große Fußstapfen
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Im beschaulichen Bremen waren Beständigkeit und Umsichtigkeit für viele Jahre wichtige Grundbausteine für soliden und bisweilen höchst erfolgreichen Fußball und eine skandalfreie Berichterstattung. Mit Perdito hatte man ein dazu passendes Gesicht gefunden, das markant und taktisch klug durch die Saisons führte, Titel einheimste und nie ein böses Wort über die Gegner, speziell aus München oder Hamburg verlor – warum das alles ändern?
Dies dachten sich auch 75 % der Bremer Stadtmusikanten und antworteten daher auf die Frage ob Perdito den Trainer-Posten im Verein für einen Jüngeren frei machen sollte mit „Nein!“. Nur der Esel verstand die Frage mal wieder nicht und antwortete mit einem lauten Wiehern, ehe er davon galoppierte. Das Bremer Trainer-Urgestein hatte dieses merkwürdige Szenario allerdings wenig interessiert, stand sein Entschluss doch bereits fest. Ein Abschied war unvermeidlich. Nur wer könnte in diese überdimensionalen Fußstapfen treten und sein Nachfolger werden? Mögliche Kandidaten gab es viele, zumindest auf dem Papier, nur waren das alles unter dem Strich taktisch halbe Portionen, oder selbstverliebte Taugenichtse, Plappermäuler oder infantile literarische Einzeller. Wen also erwählen, der Konstanz, Umsichtigkeit, passende Demut, taktische Finesse und sprachliche Versiertheit vereint? Florian Markert? Nein, da hapert es doch etwas an der Demut. Herbie? Nein, Aachner Printen geschädigt. Duke? Eigentlich Kölner Urgestein, aber dennoch |
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eine gute Wahl, würde er nicht schon seit Jahren auf irgendeiner Südseeinsel die Sonne und Doppel-X Chromosomen genießen. Hm, wer bleibt dann noch? Paulo? Nein, zu zwielichtig. Speedy Gonzales? Ja, der muss es werden, zwar ist er von der Biomassen-Einwaage her etwas knapp geraten, aber alles in allem doch der einzig brauchbare Kandidat. Also, Brief fertig gemacht, abgeschickt und auf Zusage gehofft.
Wochen vergingen.
Dann trudelte endlich eine Antwort-Postkarte ein. „Stehe als Nachfolger leider nicht bereit, habe mich allerdings um einen möglichen Ersatzmann gekümmert. Dieser passt wie gemalt auf dein Anforderungsprofil. Also, falls du inzwischen keine andere Alternative erwählt hast, lege ich dir diesen Mann wärmstens ans Herz. (Siehe beigelegte Bewerbung). Recuerdos, Speedy“
Es war bereits zwei Wochen nach Saisonende als Perdito diesen Brief erhielt – wahrlich mit einem passenden Nachfolge-Vorschlag von der kleinen Maus. Nur war die Entscheidung schon gefallen... leider. In einem Anflug aus leichter Depression, zu viel Bier und einem Anruf bei einer Wahrsagerin entschied sich der Bremer für den einzigen der eigentlich nie hätte nach Bremen kommen dürfen, dem kleinsten und unfähigsten Trainer Europas, mit der größten Klappe, den weichesten Gehirnwindungen und einer Vita, die nach allem aussieht, aber nicht nach Konstanz. Ist dies das Ende der Bremer Erfolgsgeschichte? 100% der Stadtmusikanten meinten ja und verließen daraufhin die Stadt in Richtung Hamburg... na das kann ja was werden.
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06.05.2011 10:52 -
Dan Solo -
SV Werder Bremen
(0.3 TK)
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