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Schnack .:XLIV:. Das Schattenleben des Trainers Chris
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Sao Paulo Wenig sickerte aus dem Privatleben des SPFC-Trainers Chris bislang durch die Presse in die Öffentlichkeit. Als mustergültiger Vorbild-Trainer galt der Deutsche. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit in Brasilien avancierte er zum Nationalhelden durch seinen Kampf gegen die Drogen-Fußball-Mafia A Mao und seine internationalen Erfolge mit O Mais Querido - den Herzallerliebsten, wie sich sein Team nennt.
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Doch nun brökelt die Fassade. Erste Lichtstrahlen dringen durch den Deckmantel; beleuchten die Kehrseite, die dunkle Seite seiner Persönlichkeit.
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Alles begann mit einem merkwürdigen Zufall:
Ein aufmerksamer Reporter der Rand-Klatsche "O Mais Querido" wurde auf seinem Nachhauseweg in einem der vielen Favelas von Sao Paulo auf einen für diese Gegenden ungewöhnlich gut gekleideten, jungen Mann aufmerksam. Der Mann saß auf einem umgekippten Ölfass und war von einer Meute Kleinkinder umgeben, die mit bettelnden Händen vor ihm knieten. Dabei warfen sie gierige Blicke auf die vollgepackten Hosentaschen seines Seidenanzugs.
Der Mann begann laut aus einer Zeitung vorzulesen: "Der Sao Paulo FC wird erneut Weltpokalsieger! Durch einen fulminanten 3:0-Sieg über Zweitligist Corinthians Sao Paulo, das nur über eine Wildcard an dem Wettbewerb teilnehmen durfte und durch miese Tricksereien bis ins Finale vorstoßen konnte..."
An der hohen, leicht fiepsigen Stimme erkannte der Reporter den Mann sofort. Und ihm wurde kreidebleich im Gesicht: "Das ist... dadadas ist F*** MICH! Chris! Unser Trainer! Aarschloch! Aber was macht der denn hier? Was macht DÄR DENN HIER?!"
Wie immer konnte der unterklassige Reporter mit Tourette-Syndrom seine Gedanken nicht bei sich behalten und posaunte sie lauthals in die Umgebung.
Chris drehte sich augenblicklich zu dem Reporter um und versuchte reflexartig, seinen Kopf in der Zeitung zu verstecken. Nach ca. 2 Minuten fing Chris hinter |
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der Zeitung an zu röcheln. Nach weiteren 2 Minuten kam ein hochblauer Schädel zum Vorschein. Souverän und erhobenen Hauptes ging Chris mit seinen vollbepackten Taschen und der zerknüllten Zeitung unterm Arm zu dem noch immer völlig verdatterten Reporter.
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Der Trainer schoß sofort los, anscheinend hatte er sich seine Worte gut überlegt:
C: "Also das war so: Ein kleiner Junge kam zu mir her und fragte ob ich Ihm etwas Latex..ääh Klartext ... aus der Zeitung ... vorlesen könnte, ..."
R: "Aber woher hatten Sie denn die Zeitung? Und wieeee ACH SCHEIß DIE WAND AN!... kommen Sie hier her? Und warum liegt da Stroh in der... ach ne, das war was anderes..."
C: "Ähm... der Junge pflastert nebenberuflich Toilettengänge mit Zeitungen zu... genau. So war das."
R: "Und **RENSOHN, DU **RENSOHN... *räusper* Entschuldigen Sie, Chris. F*** MICH!... was wollte er vorgelesen bekommen?"
C: "Öhm... Tja... Jetzt haben wir wohl den Tiefpunkt erreicht... Höhö... Öhm..."
R: "Ach, 'Tiefpunkt erreicht', den Artikel der Woche von Corinthians-Coach Dugarry! Alle SCHEIßE, SCHEIIIIIIIIIIßE!... ich verstehe... Scheint ja ein großer Corinthians-Fan zu sein der Junge... Aber warum sind da jetzt auf einmal soviele Jungens?"
C: "Ja Ne!... öh... hehe! Der Junge wollte den Artikel gar nicht ganz zu Ende hören, war wohl doch nicht so gut. Da hab ich ihm dann das Latex gegeben... Ouuu... *ditsch*... ehm... für die Fugen... die macht er immer aus Latex... Und dann kamen noch mehr Jungs und die wollen jetzt auch alle was von mir habeeee... hören! Und jetzt lese ich denen mal eine richtige Story vor! Ha! So ist das. So und jetzt muss ich wieder an die Arbeit! Ha! Schreiben Sie das, schreiben Sie das!"
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Gesagt, getan.
Doch was wollte Chris wirklich dort, in der Favela? |
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26.05.2011 21:16 -
Dugarry -
SC Corinthians Paulista
(0.3 TK)
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