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Große Errungenschaften erfordern große Opfer!
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Sei es der erste Schritt auf dem Mond (Kosten des Apolloprogramms 120Mrd. US$), die französische Revolution (geschätze Zahl der Opfer ca. 10000), die bis zu 80 Millionen Kriegsopfer des zweiten Weltkrieges, die an die 1000 Toten und weitere tausende Verletzte just in Ägypten, die Soldaten, die im Sezessionskrieg 1865 gegen die Sklaverei kämpften, oder die mutigen 186 Frauen, die in den 60er Jahren bei Fordwerken um ihre Gleichberechtigung kämpften...
...alle brachten Opfer für eine gemeinsame Sache: Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit!
Und dieses altliberale Gedankengut findet sich nun auch endlich in der Elfenbeinküste wieder. Die Trainerin des Erstligisten Racing Koumassi Frau Ann Pfiff hat das erreicht, was sich alle Menschenrechtsaktivisten nicht einmal in ihren kühnsten Träumen erhofft haben. Aber letztendlich hielt auch hier die Gleichberechtigung von Mann und Frau Einzug.
Was ist geschehen? Bis zum 10. ZAT dominierte Frau Pfiff mit ihrem Team Racing Koumassi überraschender Weise die MTN Ligue 1 mit Glanz und Glorie und hielt selbst den schlimmsten chauvinistischen Gedanken und Äußerungen anderer männlicher Trainerkollegen stand. Dabei bewies sie eine beneidenswerte Manier und brachte stets ihre Widersacher mit Geschick, Leistung und dem einem oder anderen flotten Spruch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Soweit, so gut.
Beim letzten ZAT kam es wohl zur Vorentscheidung im Rennen um die Meisterschaft. Racing Koumassi spielte auswärts bei Afrika Sports National (5:3) |
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und zu Hause gegen Athlètic d'Adjame (3:6) und ging dabei mehr oder weniger sang- und klanglos unter. Eigentlich ein Grund zur Trauer, ist doch der zaghafte Traum der Meisterschaft wie eine Seifenblase zerplatzt - NEIN, Frau Pfiff strahlte bei der PK beste Laune aus und konnte sich vor Rührung die Tränen manchmal nicht verdrücken...
"Es ist ein großer Tag in der Elfenbeinküste geschehen. Ich wohne jetzt hier seit fast 3 Monaten und habe so viel Elend erleben müssen. Doch am meisten schockte mich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, ein natioanles sowie internationales Problem. Doch heute (Schlurz), heute ist etwas geschehen, was ein Zeichen für die Menschheit ist. Heute wurden die Frauen in diesem Land zum ersten mal ernst genommen. Wie oft wurde ich belächelt und nicht respektiert...aber heute hat mich, und damit die gesamte Frauenschaft, die Männerwelt ernst genommen. Und mich, was sage ich, uns! respektiert. Trainer Emanuel und Keule haben dies bewirkt. Sie nahmen mich ernst und setzten was das Zeug hält. Dass ich nicht damit gerechnet habe zeigt auch mein Zugverhalten, Meisterschaft futsch, egal...heute ist ein großer Tag! - ein großer Tag für die Gleichberechtigung der Frau weltweit!"
Welch emanzipatorische Fähigkeiten in dieser Frau hockten vermochte keiner der Redaktion absehen. Doch mit diesem Opfer der verspielten Meisterschaft kann die Frauenschaft vielleicht einen ungeahnten Schub im Kampf für Gleichheit und Gerechtigkeit unter den Geschlechtern bekommen. |
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18.07.2011 15:04 -
Ann Pfiff -
Racing Koumassi
(0.3 TK)
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