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Liebmicheinletztesmal
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Wenn es um eine der beliebtesten Sportarten der Welt geht, spaltet sich die Gesellschaft in verschiedene Teile – das ist beim Fußball nicht anders. Diese Bruchstücke sind nicht notwendigerweise disjunkt, es gibt Individuen, die zu mehr als einer Gruppe gehören oder auch solche, die sich auf der Grenze zweier Teilmengen bewegen und nicht eindeutig zuzuordnen sind.
In unseren wilden Zeiten, als wir noch selber jeden zweiten Tag hinter dem Ball herjagten, uns neue Tricks und Dribblings überlegten oder auch mal den Nachbarsjungen mit einem gezielten Tritt vom Torschuss abhielten (es hätte ja ein Tor geben können und dann wären wir traurig und enttäuscht ob einer – vermeidbaren – Niederlage ohne Appetit nach Hause gekommen, und hätten mit schlechter Laune unsere Hausaufgaben erledigt, die natürlich eher mangelhaft ausfielen, da die Gedanken immer noch um dieses unnötige Gegentor kreisten; die Folge wären schlechte Noten in der Schule gewesen und somit ein schlechter Schulabschluss, kein Studium, sondern eine Ausbildung zum Gebäudereiniger, |
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Kanalarbeiter oder Gerüstbauer, ein keifendes Weib, unselige ADHS-Kinder und somit der soziale Abstieg und schließlich Harz IV oder Freitod! Dann lieber Diskussionen und eine zünftige Keilerei wegen eines gut gezielten Fußtritts – das der soziale Abstieg unsere damaligen Gegner traf, wurde uns erst später bewusst…), konnten wir noch den Traum von einer großen Fußballerkarriere träumen (wenn wir denn gewonnen hatten) oder zumindest uns wünschen, wir könnten so spielen, wie die Großen, die in unseren Paninisammelbildalben fein säuberlich aufgeklebt waren.
Heute dagegen träumen wir von einer sicheren Rente und das der Chef nicht wieder tobt, wenn wir den ganzen Montag von der Bundesliga reden. Oder von der AllSvenskan Ergebnisse twittern, die mit der eigentlichen Realität nichts zu tun haben. Na, und in der Rente denken wir darüber nach, wie wir unsere Enkel im Fußball verbessern können und geben ihnen den Tipp mit dem gezielten Tritt im richtigen Moment.
Irgendwie verändert sich alles – und nichts.
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23.01.2012 16:20 -
fubini -
CD O'Higgins
(0.3 TK)
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