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Der seltsame Fall des Benjamin Biber
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Benjamin Biber, noch vor wenigen Wochen einer der aufstrebenden Sterne an Englands Copa-Himmel, traf gestern in London ein. Tod. Eingehüllt in ein verschmiertes Leinentuch trieb er auf einem verlassenen Floßboot die Themse hinab, wie ein Pestverseuchter aus dem dunklen Zeitalter. Die Ermittlungen des Scotland Yard laufen bereits auf Hochtouren - denn dieses ominöse Auftauchen ist nur das (vorläufige) Ende einer Kette von merkwürdigen Geschehnissen rund um seine Person.
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Alles fing eigentlich schon ganz am Anfang an, mit seinem Amtsantritt beim Kellerkind Sheffield Wednesday. Biber wurde als kompletter Neuling im Copatrainergeschäft vorgestellt. Über seine Vergangenheit bewahrte man Stillschweigen im Stile von Till Schweiger, Fragen danach wurden unwirsch mit "Wir blicken in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit" oder "Wir leben doch im hier und jetzt, oder? Was interessiert uns die Vergangenheit?!" weggetreten.
Und obgleich man solche Noname-Verpflichtungen in der Championship im Dutzend antrifft, war Bibers Fall doch ein Besonderer. Zum Einen zeigten seine Berichte, dass er weitaus mehr von Fußball versteht, als dies einem Trainer-Neuling für gewöhnlich zugebilligt wird. Noch dazu stieg Biber am Ende mit seinem Team auf. Er verhalf einer Mannschaft zum Aufstieg, die in den Jahren zuvor nicht über den 16. Tabellenrang hinaus kam. Die Öffentlichkeit war überrascht, selbst Kenner der Szene, ausgewiesene England-Experten, hatten nie zuvor von Benjamin Biber gehört und wirkten misstrauisch. Man fragte sich unweigerlich: Woher hat er dieses Wissen? Wer war Biber wirklich, was machte er vor seiner Trainerkarriere? |
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"Shizophrenie, ein zweites Ich, ein großer Coach im Hintergrund" munkelten die Einen, "Betrug, Spielabsprachen!" sagten ihm Andere nach. Nachgewiesen konnte bis heute jedoch nichts von alledem...
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Dann ging es in die Premier League, wo gleich das erste Spiel für neue Verschwörungsgerüchte sorgte: Denn Biber tauchte nicht auf. Das erste Mal in seiner Amtszeit bei Sheffield war Biber nicht am Seitenrand anzutreffen. Die Gründe für sein Fehlen liegen bis heute im Dunkeln. Sheffields Vereinsführung wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern. Noch brisanterr: Das Team verlor die Heim-Partie mit 0-1 gegen Cardiff City... Zum nächsten ZAT stand Biber wieder an der Seitenlinie, als wäre nichts geschehen. Sämtliche Presseanfragen blieben weiter unbeantwortet. Dann der 13. Januar, ein Freitag. Soeben wurde der 7. Spieltag abgepfiffen, da gab das Management vom abgeschlagenen Tabellenletzten Derby County den Rausschmiss von Trainer LkPunk bekannt - was zu erwarten war - und nannte im gleichen Atemzug seinen Nachfolger: Biber - was keiner zu glauben wagte. Man fragte sogleich in Sheffield nach und bekam postwendend die Bestätigung: Biber habe gekündigt und sei auf dem Weg nach Derby.
Doch was auch immer die Gründe für diesen Vereinswechsel waren - Benjamin Biber kam nie in Derby an. Beide Vereine werden mittlerweile von neuen Trainern dirigiert. Man will so schnell wie möglich Gras über die Sache wachsen lassen und nicht damit zu tun haben. Nichts mit Bibers Verschwinden, nichts mit seiner Ankunft in London... Doch damit kann es nicht getan sein - deswegen nun die Frage: Wer fällt als erstes ins Visier des Scotland Yard? |
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01.02.2012 21:40 -
Dugarry² -
West Ham United
(0.3 TK)
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