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COPA NEWS

Impressionen am Rande der Wüste
Zu gewissen Stunden ist das Land schwarz vor lauter Sonne. Vergebens versuchen die Augen mehr festzuhalten als die leuchtenden Farbtropfen, die an den Wimpern zittern. Der herbe Geruch der Kräuter kratzt in der Kehle und benimmt in der ungeheuren Hitze den Atem.
Albert Camus

Die gleißende Sonne nimmt nicht nur dem Trainer den Atem, sondern auch den Spielern, die unerbittlich vom Übungsleiter vorangetrieben werden. Jeden Tag aufs Neue. Nach dieser Platzrunde kommt die nächste. Es gibt nun für einen Fußballer angesichts der empfundenen Sinnlosigkeit seines Daseins, seiner Existenz, mehrere Wege dieser Absurdität zu begegnen.

Zum einen kommt dem Spieler vielleicht nur der vage Gedanke, dass sein Tun und Handeln, das „Über-den-Platz-Rennen“ sinnlos ist – und er bricht sein Denken an dieser Stelle an. Er verdrängt die Ideen, die da in ihm aufkeimen und er kämpft weiter auf seinem Weg. Die Hoffnung auf ein Ende des Trainings bleibt erhalten, die Hoffnung auf Erlösung. Auch, wenn es am nächsten Trainingstag weitergeht.

Vielleicht entsteht aber auch aus dem Gefühl dieser absurden Situation das Erkennen der Sinnlosigkeit eines Fußballerlebens. Ein sinnloses Tun in einer sinnlosen Welt. Das Training, der Fußball, nichts ergibt einen Sinn. Somit stirbt auch die Hoffnung auf Erlösung. Es stirbt die Vernunft. Es stirbt der Glaube. Resigniert vegetiert man

dahin.

Aber einen Schritt weitergehend kann man in der Erkenntnis der eigenen Sinnlosigkeit auch den endgültigen Weg gehen und sein Fußballerdasein beenden. So oder so. Allerdings ist eine Beendigung des Fußballerdaseins, tatsächlich physisch oder psychisch - durch den Rückzug auf eine philosophische Idee, die Sinnhaftigkeit verleiht, den Glauben an einen Fußballgott, der dem Handeln die Sinnlosigkeit nimmt – eine Flucht. In diesem Fall ist das Wort Flucht eindeutig negativ besetzt.

Was bleibt?

Der einzig gangbare Weg, der es dem Fußballer ermöglicht, mit sich und der Welt im Reinen zu bleiben ist zugleich der einfachste und der schwierigste: Erkennen und ertragen. Die Absurdität des eigenen Daseins erkennen und ihr standhalten im Bewusstsein dieser Absurdität und Sinnlosigkeit. Die nächste Platzrunde angehen und dem Trainer kalt entgegen lachen, quasi eine Verspottung der sinnlosen Bemühungen des Übungsleiters, die innere Auflehnung gegen die Mühen der Platzrunden, letztendlich die Revolte – innerlich – gegen das sinnlose Konditionstraining.

Das Licht, das aus der Wüste auf den Trainierenden scheint, wenn er die Platzrunde beendet hat, brennt und verursacht Schmerzen. Die Schmerzen der Erkenntnis, dass es keine Hoffnung auf Erlösung gibt. Aber der Spieler kehrt zurück in den Schatten des Vereinsheims, nur um lachend die nächste Platzrunde zu beginnen.
29.02.2012 16:30 - fubinio - Jeunesse Sportive Kabylie (0.3 TK)


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