|
Ausstand ohne Maß
|
Kopfschüttelnd sah man Roquo das Land verlassen. Zu früh hatte ihn die Sehnsucht in die chilenische Tristesse gefangen genommen. Zu spät hatte er von der Nachfolgeregelung für den von ihm belegten Trainerstuhl erfahren. Eine Spontanrückkehr, ein Zurücktreten vom Vorangehen. Kurzzeitig schien alles möglich. Doch das Mehr an Meer, die Aussicht auf Freude am Dasein, die noch undefinierte Herausforderung, der Sog nach Brasilien war zu groß. Das Ergebnis des Prozesses: eine mentale und sportliche Doppelexistenz.
Das Verfolgen der Spitze im Andenland. In den letzten beiden Saisons war dies für Roquo das einzige Fernweh. Die Farben, die |
|
|
Figuren, die homöopathische Dosis Freude. Das alles war der bekannte Zustand in Chile. In einem einzigartigen Tausch ist es nun nicht mehr die profane sportliche Betätigung die Roquo mit Unruhe versetzt. Auch nicht das wenig durschaubare, meist verworrene, stets nicht zu interpretierende, aber trotzdem die Feinheiten des Aussteigerdaseins respektierende Verhalten des tortz allem Konsum berauschender Mittel nicht vergesslichen Don Solo. Es ist der Zweifel. Der Zweifel, ob man die Existenz ist, die man zu sein glaubte. Der Zweifel am eigenen Unglück. Der Zweifel, ob man der ist der zweifelt oder ob das nicht vielmehr doch jemand anders ist oder gar jemand anders sein sollte.
|
|
11.05.2012 15:29 -
Roquo -
Figueirense FC
(0.3 TK)
|
|