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Herr Schmidt, was macht eigentlich Ernesto Viajante?
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Mit dieser von der heimischen Presse gestellten Frage sah sich der deutsche Trainer von Kataller Toyama nach der 1:4 Niederlage zuhause gegen Gamba Osaka konfrontiert. Bevor wir die Antwort von Schmidt lesen können, vorab die Hintergründe zu dieser Frage:
Ernesto Viajante ist seit der letzten, 34. Saison Trainer von Tokyo Verdy 1969. Die Umstände, die zu dieser Tatsache führten, sind auf Rekrutierungspraktiken zurückzuführen, wie Sie man Sie damals im Mittelalter zum Anwerben von Soldaten und Matrosen praktizierte:
Viajante, der zu einem Kongress der Züchter des tasmanischen Teufels von Sydney nach Tokyo geflogen war, fand sich am nächsten Morgen verkatert in seinem Hotelzimmer wieder, nachdem er die Zeit nach seiner Ankunft im Hotel mit einem stark angetrunkenen Gast in der Hotelbar vertracht hatte. Neben sich auf dem Nachttisch lag das Kündigungsfax seines bisherigen australischen Vereins, der APIA Leichhardt Tigers, und ein unterschriebener Vertrag von Tokyo Verdy 1969. Was zwischen dem siebten Whiskey und dem Aufwachen am nächsten Morgen lag, wußte Viajante nicht mehr.
Angesichts der geänderten Umstände stellte sich Ernesto Viajante der neuen Herausforderung als Trainer beim Hauptstadtverein, dessen Name, man kann es kaum glauben, auf den deutschen Emigranten und weltberühmten Komponisten der Romantik, Josef Grün, zurückzuführen ist, der besser bekannt ist unter seinem italienischen Namen Giuseppe Verdi.
Neben seiner Arbeit als Trainer ging Ernesto Viajante seinem Hobby und zweiten Leidenschaft |
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nach: Der Verhaltensforschung an Tieren. Objekt seiner Studien war das unter Naturschutz stehende japanische Eichhörnchen. Allerdings scheiterten die Experimente, da die nach Nüssen japsenden Tierchen mit Fleisch gefüttert wurden, was bei den niedlichen Tierchen der Reihe nach zum Herzstillstand führte. Die Wiederbelebungsversuche mittels Elektroschocks waren erfolglos, da die Eichhörnchen implodierten - das definitive Todesurteil. Von der Fortführung der Verhaltensstudien an hoch giftigen Fungus konnte Schmidt seinen Trainerkollegen Viajante abbringen.
Christian J. Schmidt und Ernesto Viajante haben sich das erste Mal bei dem Eishokey-Turnier richtig kennen- und schätzengelernt, für das Kataller Toyama regelmäßig die Mannschaften seiner beiden Partnerstädte einlädt. Seitdem verfolgten beide Trainer ihr Ziel, den Aufstieg in die erste Liga, mit unterschiedlichem Erfolg: Während Schmidt die Mannschaft von Kataller Toyama im zweiten Anlauf in die erste japanische Liga führte, verpasste das Team von Tokyo Verdy 1969 mit seinem Trainer Viajante leider den Aufstieg, obwohl die spielerische Qualität dargewesen wäre. Aktuell steht der Hauptstadtverein auf Platz 1 der zweiten japanischen Liga.
"Ich habe letzten Mittwoch noch eine Mail von Ernesto bekommen. Sein Team, Tokyo Verdy 1969, steht derzeit auf einem Aufstiegsplatz. Ich hoffe, er führt seinen Verein diese Saison in die erste Liga, damit unsere Mannschaften endlich wieder aufeinander treffen und wir anschließend Sushi essen gehen können." |
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26.05.2012 13:21 -
Christian J. Schmidt -
Kataller Toyama
(0.3 TK)
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