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Der stille Abgang des CSR - Die Geduld war wohl am Ende
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Anapolis - Überraschend wurde heute Nachmittag beim lokalen Erstligisten AA Anapolina der Abgang eines der erfolgreichsten und zugleich längsten Trainer der Vereinsgeschichte, CSR, bekannt gegeben. Der Trainer selbst, der im letzten halben Jahr scheinbar einen stillschweigenden Schweigepakt mit der Presse eingegangen war, wurde bereits am Vortag am Flughafen von Sao Paulo beim Einsteigen in eine AmAir-Maschine auf dem Weg nach Atlanta gesichtet. Eine entsprechende Pressemeldung aus den Staaten kam dann ebenfalls heute: Stolz verkündete der US-Zweitligist Atlanta Silverbacks die Verpflichtung des international renommierten Coaches.
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Über das Warum dieses Wechsels lässt sich zunächst nur spekulieren. Fakt ist, dass Anapolina diese Saison fast nur im Tabellenkeller unterwegs ist und nun auf die schlechteste Endplatzierung der letzten 15 Saisons zusteuert. Fakt ist aber auch, dass nicht der Verein, sondern der Trainer selbst nun die Reißleine zog und den Wechsel selbst initiierte. Vielleicht wurde ihm die Konkurrenz in Brasilien zu stark, vielleicht sieht er bei Atlanta mehr Perspektive, vielleicht sehnt er sich aber auch nach einer aktiveren Presselandschaft, nach dem Flair der mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Kolumne. Was auch immer ihn bewogen hat, gerade ins amerikanische Unterhaus zu ziehen - er wird seine guten Gründe |
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haben.
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Tortzdem muss es für ihn wohl eine schwere Entscheidung gewesen sein. Denn mit CSR verliert die Série A einen ihrerer letzten Trainer der ersten Restart-Stunde. Seit dem ersten ZAT der 27.Saison, seit der ersten Stunde nach dem Copa-Neustart also, stand er ununterbrochen bei AA Anapolina an der Seitenlinie, durchlebte viele Höhepunkte, durchquerte viele Täler, wurde mit der Zeit zum treusten Trainer des Vereins. Knapp 3 Jahre zogen so ins Land, in denen er so Einiges mit dem Provinzclub erreichte. Explizit seien seine zwei Vizemeistertitel erwähnt. Vor allem die erste Vizemeisterschaft gleich nach Copa-Neustart war sehr emotional. Damals musste sein Team nur auf Grund der schlechteren Tordifferenz der SE Palmeiras unter Jeffrey Yamamoto den Vorzug lassen. In der Folgesaison schaffte AAA einen guten 4. Platz und kam international bis ins CL-Finale - der bis dato größte internationale Erfolg eines brasilianischen Clubs nach dem Copa-Neustart.
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Dennoch wird er wohl auch in der AAA-Trainer-Historie nur den undankbaren zweiten Platz einnehmen - errang doch sein Vorgänger Jürgen Bärenfänger mit Anapolina das, was CSR verwährt blieb: Die nationale Meisterschaft.
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In diesem Sinne wünsche ich stellvertretend für ganz Copa-Brasilien dem Kollegen CSR viel Erfolg bei den Amis, auf dass ihm mit Atlanta in Bälde der Aufstieg in höhere Gefilde gelingt! |
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23.07.2012 21:11 -
Dugarry -
SC Corinthians Paulista
(0.3 TK)
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