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Mohammed-Video führt zu landesweiten Ausschreitungen
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Die arabische Welt ist schockiert: Der Prophet Mohammed wird in einem in den Vereinigten Staaten produzierten Video in einer nicht akzeptablen und alle Muslimen beleidigenden Art dargestellt, so dass überall in der islamischen Welt Tausende aufstehen, protestieren und randalieren - gegen diesen Schmähfilm und insbesondere gegen die USA, gegen Israel und deren Einrichtungen in islamischen Ländern. Denn Mohammed ist den Muslimen heilig und das Video somit Gotteslästerung.
Auch in Tunesien ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, die dazu führten, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ihr Botschaftspersonal abgezogen haben. Weiter soll es Übergriffe auf andere westliche Botschaften und Staatsangehörige gegeben haben. Auch bei Fussballspielen in der tunesischen ersten Liga hat es Proteste gegen die ausländischen Trainer und nach den Spielen gewalttätige Ausschreitungen gegeben.
In einem gemeinsames Communiqué des tunesischen Fussballverbandes sowie der Vereine und der Trainer der Erstligamannschaften - unterschrieben vom Verbands- und von den Vereinspräsidenten sowie von allen, auch den |
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ausländischen Trainer der Nationale A - wurde das Mohammed-Video aufs Schärfste verurteilt. Zugleich wiesen der Verband und die Vereine ausdrücklich auf die Bedeutung des Fussballs für die internationale Verständigung und die wichtige Rolle der ausländischen Trainer für den tunesischen Fussball hin. Dieser Appell blieb nicht ohne Wirkung: Die Fanverantwortlichen der Vereine entschuldigten sich schriftlich bei den Vereinen und ihren Trainern für die Auschreitungen und Angriffe. Weiter wurden am letzten Spieltag von Fans entsprechende Transparente in den Stadion ausgerollt - in arabischer, englischer und deutscher Sprache.
Christian S. Schmidt, der Trainer von Union Sportive Monastirienne, zeigte nach der Partie gegen El Makarem de Mahdia, die man 5:4 gewinnen konnte, Verständnis für diese Proteste und Anerkennung für die Entschuldigung der Fans. Aufgrund der weiterhin angespannten Lage im Land verständigten sich alle Vereine aber darauf, ihren ausländischen Trainer b.a.w. Begleitschutz zu gewähren. Zwar bestünde seitens der Fans keine Gefahr, es verbleibe aber ein Restrisiko in Bezug auf radikale Kräfte. |
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24.09.2012 21:53 -
Christian S. Schmidt -
US Monastir
(0.3 TK)
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