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Zuggespräche in Peru, Teil 8
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(Ein Norweger, ein Mann mit fettigen Haaren und ein Medizinstudent haben den Bahnhof von Lima nun schon vor einer ganzen Weile verlassen und tuckern durch die unbekannte Landschaft.)
Norweger: „Das dauert aber, bis man den nächsten Ort erreicht. Es kommt mir vor, als seien wir schon Tage unterwegs. Geht es Ihnen eigentlich mittlerweile wieder besser?“
Mann mit fettigen Haaren: „Die Kopfschmerzen haben schon nachgelassen und auch die Schnittwunde an der Hand tut nicht mehr ganz so weh. Aber bei der kommenden Reise sollten Sie Ihre Sprungskier trotzdem nicht so achtlos in das obere Gepäcknetz werfen!“
Norweger: „Sie haben gut reden! Wissen Sie, was so ein Paar Skier kostet? Dank Ihres Dickschädels ist zudem die Bindung völlig hinüber. Außerdem hatten wir ja einen fachkundigen und studierten Mediziner verfügbar, da können Sie wirklich nicht meckern.“
Medizinstudent: „Na, so ganz ausgelernt habe ich noch nicht. Aber dann hätte ich mich auch geweigert, einen Kassenpatienten ohne Vorauszahlung zu behandeln.“
Mann mit fettigen Haaren: „Schönen Dank noch mal!... Nanu, was ist das denn? |
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Das sieht ja aus wie der Kilimandscharo!“
Norweger: „Hören Sie mal: Wir sind in Lima losgefahren, das liegt im südlichen Teil von Amerika. Der Kilimandscharo befindet sich in Afrika. Da ist dazwischen eine ganze Menge Wasser… Moment, wie kann das denn sein? Das ist ja der Fujiyama!“
Medizinstudent: „Das würde zumindest erklären, weshalb man die ganzen Schilder nicht lesen kann. Und wie die indigene Bevölkerung Perus sehen die Menschen hier auch nicht aus.“
Mann mit fettigen Haaren: „Wie, Sie können den Peruanern in die Gene schauen?“
Medizinstudent: „Nein, das haben Sie falsch verstanden. Indigen bedeutet… ach, ich kann den Peruanern in die Gene schauen, ja“
Norweger: „Gucken Sie mal da auf dem Werbeplakat, da machen zwei ekelhafte Typen Reklame für die heimische Fußballliga. Was steht da? Support your team, support the J-League. Enjoy football with KiMu and Lippi.
Mann mit fettigen Haaren: „Furchtbare Gestalten. Ich werde mal zum Lokführer gehen und ihn bitten, zügig Gas zu geben. Aus diesem unwirtlichen Land sollten wir schnellstens verschwinden.
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04.04.2013 16:40 -
Wolfgang Lippert -
Avispa Fukuoka
(0.3 TK)
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