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Die Null steht nicht an der Trainerbank, sondern in der Statistik
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Panathinaikos legte los wie die Feuerwehr. Wie ausgewechselt agierten die Spieler, passsicher, engagiert, hartnäckig. Und hart. Aber die frühe gelbe Karte gegen Kapitän Seitarides sollte kein Indikator sein: Neben den Bewegungsabläufen war das Erobern des Balles ohne Foul der Fokus im Training von Scholz. Und es schien, das dies entweder für die Spieler eine ganz neue Idee war, oder sie ewig nichts mehr davon gehört hatten, denn von ein em Spiel aufs nächste schienen sie Experten davon zu sein.
Sicherlich half auch, das bereits in der neunten Minute Toché das 1:0 für Panathinaikos erzielte, und nur vier Minuten später Owusu-Abeyie auf 2:0 erhöhen könnte. Kreta schien früh den Faden verloren zu haben, und verschränkte sich auf das, was auch ohne viel Nachdenken funktioniert: Das eigene Tor verriegeln.
Die wenigen Konter, die unter gütiger Mithilfe Athener Übermütigkeit entstanden, waren allerdings kein Problem für die feste Abwehrreihe, was die Halbzeitbilanz von 8:0 Schüsse aufs Tor für Athen bestätigte. Diese schalteten in der zweiten Halbzeit dann deutlich zurück, ließen Kreta gegen ihre eigene Abwehrwand anrennen und konterten nun ihrerseits im eigenen Stadion. Einmal wurde es noch gefährlich: Seitaridis blieb im Athener Olympiastadion im Rasen hängen und lässt Koutsianikoulis unbedrängt in den Strafraum herein. Seitaridis steht wieder auf, sprintet nach und grätscht an der Fünfmeterlinie, der Kretaer Stürmer fällt, der Ball ist im Aus - und der Schiedsrichter gibt Eckball. In den Zeitlupen ist nicht viel Aufschluss über die Situation zu holen, wohl aber wirkte es mehr wie ein Foul denn eine Schwalbe. Also Glück für Athen, kein Elfmeter und Seitarides blieb die gelb-rote bzw. sogar die rote Karte erspart.
Und als wolle er den Flock für Kreta noch tiefer in den Boden treten, war er es dann, der nach einer Ecke für Athen in der 87. Minute den Ball aus kurzer |
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Distanz zum 3:0 ins Netz trieb. Die Fans störte das weniger, das ganze Stadion jubelte, Pyrotechnik wurde abgebrannt, und nachdem wenige Minuten später das Spiel abgepfiffen wurde, stürmten sie das Spielfeld, als hätte Athen eben die Meisterschaft gewonnen. Dem Präsidium gefiel's weniger: Für das anstehende Spitzenspiel gegen Piräus musste nun ein ganz neues Geläuf ausgelegt werden.
Dieses Spiel wurde giftig, die Auswärtsfans wurden schon im Vorfeld ausgesperrt und machten vor dem Stadion Randale, während die heimischen Fans das Stadion in einen Hexenkessel verwandelten. Doch auf dem Spielfeld tat sich nicht viel Spielerisches. Athen bemühte sich zwar, schien aber dieses gewaltlose Ballerobern wieder etwas verlernt zu haben. Piräus versuchte gar nicht erst, den Knochen auszuweichen. Sieben gelbe Karten bis zur Halbzeit sprachen eine deutliche Sprache, 2:1 Torchancen für Piräus (die auch noch alle aus Freistößen resultierten) ebenfalls.
Mit der frühen Gelb-Roten Karte von Pape Sow war die Marschroute der Kleeblätter klar: das 0:0 verteidigen. 40 Minuten lang. Die Wechsel, die Scholz vornahm schienen dabei alle den Charakter zu haben, einen zweiten Platzverweis zu vermeiden. Piräus kam noch ein paar Mal gefährlich vors Tor, aber Torwart Karnezis und seine sieben Abwehrspieler schafften es, das Tor bis zum Ende des Spieles sauber zu haben.
Zum zweiten Mal diese Saison kassierte Athen zwei Spiele in Folge kein Gegentor, und wenn man nun bedenkt, das man die beiden Hinspiele ohne eigenen Torerfolg verlor, ist durchaus eine Leistungssteigerung zu vernehmen. Dies ist auch dadurch bemerkbar, das weniger Voodoo-Puppen mit dem konterfrei des "Nicht-mehr-deutschen" Trainers angezündet wurden.
Als nächstes muss nun wieder gereist werden, und zwar nach Zentralmakedonien, wo man gegen den international ambitionierten AO Veria antritt. Danach empfängt man Abstiegskonkurrent PAS Ioannina im heimischen Olympiastadion. |
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15.06.2013 10:34 -
Heiko Scholz -
Panathinaikos FC
(0.3 TK)
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