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The Superliga-Compilation 1/3
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Als erste Liga der Welt gibt die chronisch innovative portugiesische Superliga einen eigenen musikalischen Sampler heraus, der in den kommenden Wochen im Handel erhältlich sein wird. Hierfür haben alle 18 Trainer ihre persönlichen Lieblingstitel nominiert, beziehungsweise einen Song benannt, der besonders gut zu Verein oder Umfeld passt. In dieser Woche stellen wir die ersten sechs Beiträge der gelungenen Zusammenstellung vor.
1. Associacao Naval (bandura): Achim Reichel: „Aloha heja hey“
Eröffnen tut den bunten Reigen Kutterkapitän bandura, der überraschenderweise nicht mit „In the Navy“ von den Village People oder „I am sailing“ von Rod Stewart auftrumpft, sondern stattdessen den ollen Achim Reichel aus der Mottenkiste hervorzaubert. Auch hier stehen thematisch die Abenteuer auf hoher See im Mittelpunkt, bleibt nur zu hoffen, dass bei Naval am Ende der Saison nicht auch der Zahlenmeister von den Gonokokken vernascht wird.
2. SC Campomaiorense (Trainer Jähnig): Die Fantastischen Vier: „4 Gewinnt“
Auf der Vizeposition der Compilation findet sich der Erfinder der schon legendären „Jähnig-4“ wieder. Mit einem Frühwerk der Fantastischen Vier gibt uns der Coach vom großen Feld (campo maior) bereitwillig über seine sprichwörtliche taktische Ausrichtung Auskunft. Da kann man sehr gut verstehen, dass man bei Campomaiorense zu Auswärtsspielen „One“ von Metallica eher ungern hört (auch wenn es zuletzt erst wieder in Covilha gespielt wurde).
3. Académica Coimbra (jules): Tori Amos: „Silent all these years“
Wer auf den melancholischen Gesang von Fado-Legende Amália Rodrigues aus Coimbra gewartet hatte, wurde von Académica-Trainer jules überrascht. Der introvertierte Coach (oder ist es in Wirklichkeit eine Jule S.?) entschied sich für eine fragile und zurückhaltende Ballade von Tori Amos. Fraglos ein zeitloser Song, der angesichts des |
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traurigen Inhaltes dann aber doch recht gut zum Fado von Coimbra passen will. Für Académica stellt sich auch die Frage, ob die ewige Stille wohl eines Tages durchbrochen wird.
4. Benfica Lissabon (Kent Karlsson): Harald Juhnke: “Barfuss oder Lackschuh“
In der Familie von Benfica-Trainer Kent Karlsson ist die Sachlage relativ eindeutig: Man kann eindeutig feinstes Schuhwerk vorweisen, dieses wird allerdings in erster Linie vom Cousin in Brasilien getragen. Hinter dem skandinavisch/portugiesischen Familienvertreter liegen dagegen zwei Spielzeiten, die eher das Prädikat „barfuss“ verdienen. Aber wer weiß, vielleicht kann auch in Portugal schon am Ende dieser Saison der Lackschuh aus dem Schrank geholt werden, die Qualität der Verwandtschaft lässt einiges an Potenzial erahnen.
5. CD des Aves (Cafu): Ernie : „Hätt ich dich heut erwartet, hätt ich Kuchen da“
Die erwartete Reminiszenz an die Gebäckindustrie bringt Keksimperator Cafu an den Start, der bekanntlich immer ohne Konservierungsstoffe unterwegs ist. Angesichts der Titelauswahl erscheint auch das bekannte Kichern des Protagonisten Ernie in einem neuen Licht: Hat dieser etwa einige zerbröselte Cookies in den Kuchenteig gerührt? Ist Ernie etwa ein skrupelloser Dealer, der ein leichtgläubiges Opfer (das Krümelmonster) mit Backwerk anfixen will? Ein sozialkritischer Song, der eindeutig Missstände anprangert und aufrütteln will.
6. Sporting Braga (Jorginho): Sodom: „Ausgebombt“
Ein musikalischer Übergang, der für jeden DJ eine mehrjährige Gefängnisstrafe nach sich ziehen würde... Etwas härtere Geschütze werden bei Sporting Braga aufgefahren, wo man sich mit einem Metal-Klassiker aus den 80er Jahren an die letzte Spielzeit zurückerinnert, in der man ja auch frühzeitig „ausgebombt“ hatte. Wer also brasilianische Leichtigkeit oder Sambarhythmen erwartet hat, wird von Jorginho in klassischer Manier eingenordet. |
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17.05.2010 19:54 -
Horst Manson -
Marítimo Funchal
(0.3 TK)
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