|
Finnisches Kuriositätenkabinett Teil 3: Musik aus Finnland
|
(204) Finnland – ein Land der teilweise nie untergehenden Sonne. Um dieser Tristesse zu entgehen, kann man Vodka trinken, Bücher lesen, die Lebensabschnittgefährtin beglücken oder einfach nur dasitzen und Musik hören. Doch was hört der gemeine Finne, wenn er an seiner HiFi-Anlage das Knöpfchen drückt? Wir haben hinter die finnischen Wohnzimmergardinen geschaut und berichten nun exklusiv über Musik, die aus Finnland stammt und es teilweise auch in unsere Musikregale geschafft hat (Klassische Musik einmal ausgenommen)!
Schaut man sich zunächst in Schallplattenläden um (also zeitgeschichtlich etwas früher), dann erinnert sich der ein oder andere vielleicht an die Leningrad Cowboys, die seit den späten 80ern aktiv sind und besonders wegen ihrer Haarpracht auf diversen Covern ins Auge fallen. Sie haben damit auch den berechtigtsten 1. Platz in diesem Artikel (wg. kurios…)und stehen daher nicht nur wegen ihrer langen Bekanntheit an erster Stelle in diesem Artikel.
Beflügelt von deren Erfolg sprießten in den 90ern Bands wie die Pilze aus dem finnischen Sumpfboden. Etwas weniger bekannt, aber dennoch international mäßig erfolgreich war Amorphis, die es im Metalbusiness versuchten, wobei allerdings immer wieder finnische Folkloreelemente mit eingebaut wurden und daher vielleicht der ganz große Durchbruch verwehrt blieb. Mitte der 90er formierten sich The Rasmus, die allerdings erst Jahre später mit In The Shadows ihren internationalen Erfolg feierten. Seitdem sind sie aber wieder ziemlich von der Bildfläche verschwunden, obwohl sie weiterhin touren und neue Alben produzieren. HIM entstanden ebenfalls Mitte der 90er und konnten sich 2000 mit Join Me wochenlang an der Spitze der deutschen Charts halten. Der Sänger von HIM, Ville Valo, kam zuletzt noch mit Summer Wine in die Charts, ansonsten ist es, auch durch die Alkoholabhängigkeit des Frontmanns (jaja, der finnische Vodka, Anm. d. Red.), sehr |
|
|
ruhig geworden um die Band.
Ende der 90er machten vier studierte Cellisten auf sich aufmerksam, indem sie zunächst Metallica-Titel, später auch Songs von Rammstein, Faith No More und Slayer, aber auch eigene Kompositionen, a capella nachspielten und dazu hardrock-artig Headbangig betrieben: Apocalyptica war geboren und feierte große internationale Erfolge.
Und weiter geht’s: wir sind inzwischen im Jahr 2000, und wer erinnert sich nicht an einen Song, der es in Finnland nur auf Platz 4 schaffte, aber 23 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Singlecharts hielt. Mit Freestyler hatten die Bomfunk-MC’s ihren internationalen Durchbruch, allerdings konnten sie anschließend nur noch in Finnland Erfolge feiern. International betrachtet blieb es bei diesem One-Hit-Wonder.
Wer sich weniger dem CD’s hören, sondern mehr dem Zocken am Rechner (Computerspielen) widmet, der hat vor einigen Jahren vielleicht das Spiel Max Payne 2 – The Fall of Max Payne in den Händen gehalten (lohnenswert, Anm. d. Red.). Der balladenartige Titelsong, der in voller Länge im Abspann gespielt wird, stammt ebenfalls aus einer finnischen Schmiede und ist unter dem Namen The Late Goodbye von den Poets Of The Fall bekannt. Ansonsten ist die Band aber auch eher unbekannt geblieben. Etwas weniger (zumindest der Allgemeinheit) bekannt sind die Bands The 69 Eyes, Children of Bodom oder Sunrise Avenue, die hier daher keine besondere Beachtung finden.
Damit erstrecken sich die Musikgenres immerhin vom klassischen Pop, Cello-Rock, Hardrock und Metal bis hin zu Electro. Eine beachtliche Bandbreite, wobei der Schwerpunkt eindeutig bei Rock und Metal liegt. Ebenfalls auffällig ist, dass nur Bands internationale Berühmtheit erlangten, die einen englischen Bandnamen tragen. Bleibt zu hoffen, dass man diese Eigenart nicht auf den finnischen Fußball überträgt und auch ohne Anglizismen im Vereinsnamen (bald) internationale Erfolge gefeiert werden dürfen!
|
|
02.06.2010 15:02 -
Pippo -
Allianssi Vantaa
(0.3 TK)
|
|