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„Zum Tänzelnden Büffel“
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Endlich, nach unzähligen, schmerzhaften Stunden auf seinem alten Gaul, war sein Ziel erreicht: Ein Saloon mit einem schief hängenden Schild „Zum Tänzelnden Büffel“ über der Schwingtür. Zu hören war laute Klimpermusik gepaart mit spitzen Jubelschreien und Trampelgeräusche von offensichtlich übergewichtigen Tänzerinnen. Das muss er sein! Olscharätterhand stieg von seinem Pferd ab und band es am Pferdeparkbalken fest. Und dann kam das Wichtigste im Leben eines einsamen Revolverhelden: Der Moment, in dem man durch die Schwingtür eines Saloons eintritt! Bloß keine Gefühlsregung erkennen lassen und so gefährlich wie möglich dreinblicken. Die müssen mal richtig Respekt vor Dir haben, wenn die Dich zum ersten Mal sehen, das Blut in deren Adern soll gefrieren!
Toller Plan, aber in der Realität ist das leider nicht so einfach. Olscharätterhand ging also mit entschlossen Schritten und mit beiden Händen auf den Griffen seiner goldenen Colts auf den Eingang zu und knallte mit voller Wucht mit der Brust gegen das Holz. Eine Schwingtür erwartend stellte sich schnell raus, dass die Tür nur nach außen aufging. Das kleine Schild „Zieh!“ hatte er wohl missverstanden… Diese Peinlichkeit blieb natürlich nicht unbemerkt, dementsprechend war das Gelächter groß. Zumindest bei denen, die noch nicht aufgrund des übermäßigen Feuerwasserkonsums in der Ecke lagen.
Als das Gelächter langsam erstarb setzte sich Olscharätterhand an einen Tisch direkt vor der Bühne und bestellte ein Rothaut-Menü. Auf der Bühne tanzten die „Balkan Wheather Girls“ zu Musik aus einem verstimmten Klavier, sofern man diese wenig anmutend wirkende Bewegungen als Tanz bezeichnen konnte. Unter den Rock wollte man den Girls jedenfalls nicht gucken…
Dann – endlich - machten die schwitzenden Girls Pause und auf die Bühne trat ein Herr lediglich mit |
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einem roten Cowboyhut und einer rote Badehose bekleidet. Es stellte sich heraus, dass Mitsch wohl der Ansager dieser Kaschemme war - sozusagen der Thomas Hermanns des Balkans. Seine Ankündigung versprach nix gutes: “Und jetzt kommen die Paradiesvögel von Belgrad-City – Qbat und Barisic“. Durch den Vorhang traten zwei große bärtige Ladies, geschmückt und geschminkt mit mehr Farben, als sie sich Olscharätterhand in seinem tristen Wüsten-Leben jemals hätte vorstellen können. Die Kleider bestanden aus Pailletten und Federn und bedeckten nur das nötigste. Die Zuschauer jubelten und applaudierten. Die Ladies setzten sich auf zwei Barhocker, spielten auf einer Okkulele und sangen dazu „Das sind nicht 20 Zentimeter - nie im Leben kleiner Fenris“.
Olscharätterhand war vor Schock erstarrt. Beim Biss in seinen Büffelburger ließ er vor Schreck einen dicken Klecks Rachenteufelsoße auf seine Hose schlabbern. So ein Mist! Er wusste, dass er wahrscheinlich erst wieder in 2 Monaten dazu kommt, seine Klamotten in einem Wasserloch zu waschen.
Wie gerufen, stand plötzlich ein merkwürdig angezogener Mann neben ihm, der auf dem Kopf ein feuchtes Tuch trug. „Ah! Sehr aufmerksam!“ Olscharätterhand zog an einem Ende des Tuches und wischte sich damit den gröbsten Dreck von der Hose. Hadschi Halef war sichtlich irritiert als er gänzlich ohne Kopfbedeckung mit seiner Glatze dastand. Er fing an zu stottern: „Olscharätätätätätätä….“. Doch was er wirklich wollte, hat Olscharätterhand leider nicht herausfinden können, denn auf einmal leerte sich der Saloon. Sheriff Maldini rannte durch die „Schwing“tür auf die sandige Straße und kam umgehend wieder zurück. „INDIAAANAAA“ schrie er und verschanzte sich hinter einem Fensterbrett mit gezogenen Waffen….
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03.06.2010 11:28 -
Olschara -
FK Sutjeska
(0.3 TK)
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