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Finnisches Kuriositätenkabinett Teil 5: John McClane und das Helsinki-Syndrom
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(206) Finnland – ein Land der Irrtümer? Und was hat der Cop aus New York mit Helsinki zu tun? Wir klären auf!
Es ist Weihnachten in der Stadt der Engel, irgendwann in den späten 90ern. Der New Yorker Polizist John McClane besucht seine getrennt lebend Ehefrau, die sich auf einer Weihnachtsfeier im 30. Stock des Nakatomi-Towers befindet. Doch dann kommt Hans Gruber dazwischen, bringt 30 Partygäste in seine Gewalt und zwingt damit unseren Helden zum ersten Mal zu einer groß angelegten Aufräumaktion. Reporter eilen herbei und berichten exklusiv von der Geiselnahme, und auch ein Seelendoktor wird in das Fernsehstudio eingeladen, um dem Zuschauer die psychologischen Gegebenheiten im 30. Stockwerk darzustellen.
„Herr Doktor Hesseldorf, was können wir für die nächsten 2 Stunden erwarten?“
„Zum derzeitigen Zeitpunkt dürften sich die Geiseln im Frühstadium des Helsinki-Syndroms befinden.“
„Helsinki, in |
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Schweden?“
„Nein, Finnland.“
Ein großartiger Dialog. Dieser unglaublich originelle und geistreiche, dabei gleichzeitig kombinierte tiefschwarze und doch so feinsinnige Humor. Ein Meilenstein amerikanischer Filmgeschichte, 9 Sekunden geballtes, auf den Punkt gebrachtes Kino, darin eingebunden eine perfekt getimte europäische Psychoanalyse. Übertragen auf das tatsächlich real existierende Phänomen, das eigentlich gemeinte Stockholm-Syndrom, so begreift erst hier der Zuhörer die Vollkommenheit eines humoristischen Labyrinths: „Grundsätzlich gehen die Geiseln und die Terroristen schon bald durch ein Stadium des psychologischen Austausches und einer Projektion von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Eine seltsame Form des Vertrauens und einer Bindung entwickelt sich…“
Ja, in der Tat. Eine seltsame Form des Vertrauens und der Bindung. Wie beim Patenzug mit unserer seltsamen Patenliga. Parallelen gibt’s, die gibt es einfach nicht!
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15.06.2010 19:09 -
Pippo -
Allianssi Vantaa
(0.3 TK)
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