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Lutscher am Limit
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An dieser Stelle leider nicht wie vor Kurzem vollmundig angekündigt die Fortsetzung von Lutschers Yoga Ausbildung, stattdessen der Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Status Quo und dessen Berechtigung.
In die unumstritten stärkste Liga des Kontinents, ja der ganzen Copa-Welt, zieht es natürlich auch ganz besonders starke Charaktere. Dekoriert mit Sternen, einem ihnen vorauseilenden Ruf und geleitet von einem unerschütterlichen Selbstvertrauen strömen diese Herrschaften nun schon seit Jahren ins gelobte Land und ersetzen Hobbytrainer und Gelegenheitscopatadores. Manche von ihnen müssen schon nach kurzer Zeit feststellen, dass das intellektuelle Klima zu rau ist und suchen mit eingekniffenem Schwanz das Weite. Die Dagebliebenen stellten und stählten sich in einem vor Ellenbogen nur so wimmelnden Konkurrenzkampf. Die logische Konsequenz: eine nie dagewesene Leistungsdichte.
Mit ekelerregender Selbstkritik hinterfragt derzeit Barbaron Lutscher sein Standing bei den Kollegen. Hintergrund: die gefühlte Niederlage gegen Sambias letzten verbliebenen „No-Name“ Ziegenpeter. Lutscher ließ sich also für seine Selbsteinschätzung ein extra von Sambias Top-Frauenzeitschriften gemeinsam entworfenes Testdesign schicken und musste wahrheitsgemäß ankreuzen bzw. ausfüllen.
Zu beantworten waren sowohl Fragen zu den sogenannten Soft-Skills wie Erscheinungsbild, Intellekt und Humor, als auch knallharte Leistungsabfragen zu bisherigen Erfolgen und in Zukunft anstehenden Titeln. Dabei werden Soft-Skills auf dem harten Pflaster Sambias natürlich anders definiert als in Laissez-Faire-Ländern, wie z.B. Algerien.
Dazu zwei Beispiele:
Jeder Sambier der etwas auf sich hält, hat sich im Laufe der Zeit ein mehr oder weniger ansprechendes, zumindest aber auffälliges Äußeres zugelegt. Ob das nun das, inzwischen als Weltkulturerbe eingestufte, Feinripp-Unterhemd von Grabowski ist, oder die stattliche Männlichkeit eines |
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Mandelator, beides zählt als „over-average“ und eines Sambiers würdig. Eine schwierige Wahl für unseren Lutscher, reicht sein Outfit schon um als extravagant durchzugehen, oder fällt es als lächerlich durch?
Oder nehmen wir die geistige Ebene:
Intellektuell genügte es früher durchaus den „Speichern-Button“ der Zugabgabe rechtzeitig bedienen zu können. Das konnte Lutscher wie kein Zweiter. Doch leider genügt das inzwischen längst nicht mehr. Analyse, Antizipation und Auffassungsgabe sind heutzutage unverzichtbar für den sambischen Trainer. Lutscher ist da allerdings eher altmodisch (oder zurück geblieben) und greift lieber auf sein Bauchgefühl zurück. Zählt so etwas, da wider besseren Wissen geschehen, bereits als dumm?
Beim Ausfüllen der Frage nach seinen bisherigen Erfolgen war Lutscher, der sowieso nah am Wasser gebaut ist, den Tränen so nah wie nie. Ein Aufstieg aus der Division One als dritter und damit letzter Aufsteiger, als alle Guten schon in der Premier League spielten steht hier als Einziges zu Buche. Das kann mit Fug und Recht als kümmerlich bezeichnet werden.
Testergebnis: Lutscher lebt in seiner natürlichen Umgebung Sambia mittlerweile in allen Belangen am Limit. Die Evolution ist im Laufe der Zeit vorangeschritten und hat einiges an Konkurrenz angespült. Er ist inzwischen als geistig-unbeweglicher „fashion-victim“ verschrien und wird, so kein Wunder geschieht, auf alle Zeiten nach Sternen schmachten, ohne sie erreichen zu können. In der Glamourwelt Sambias wird er von den Kollegen nur aufgrund seiner Zambezi-Spezial-Ausschank-Bewegung* noch geduldet.
Ein wenig schockiert von dem Ergebnis ließ sich Lutscher dennoch zu einer Krampfansage hinreißen. Zitat: „Ich krieg gleich ´nen Krampf!“
*der Gast legt den Kopf in den Nacken und öffnet den Mund während Lutscher derweil das Getränk in einer unnachahmlich fließenden Bewegung hineinschüttet
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13.07.2010 11:50 -
Sir Pudding Lutscher -
Riflemen
(0.3 TK)
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