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Ruhiger Wolf III
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Nach dem Versuch, sich noch einmal gegen das Unvermeidliche aufzubäumen und Borac nicht zum Meister werden zu lassen, hat Ruhiger Wolf in einem Gespräch mit Ole Sharahand von seinen Todesahnungen berichtet…
»Ich danke dir! Doch auch ich will ihn noch verhindern, daher das 5:4 - aber wir sind jetzt fertig. Die Zeit zum Angriff ist gekommen. Und ich werde den Kampf nicht überleben. Lass uns Abschied nehmen, mein lieber, lieber Schar-lie! Der gute Manitou mag dir vergelten, dass du mir so viel, so viel gewesen bist! Mein Herz fühlt mehr, als ich mit Worten sagen kann. Lass uns nicht weinen, die wir Männer sind!
Begrabe mich in den ewigen Weiten des Marakana, am Ufer der blauen Donau, die hier in Beograd nur mehr braun ist - auf meinem Pferde und mit allen meinen Waffen, und auch mit meinem Rest-TK, das in keine anderen Hände kommen soll. Und wenn du dann zu den Menschen zurückgekehrt bist, von denen dich keiner so lieben wird, wie ich dich liebe, so denke zuweilen an |
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deinen Freund und Bruder Ruhiger Wolf, der dich jetzt segnet, weil du ihm ein Segen warst!«
Er, der Indianer, legte mir die Hände auf das Haupt. Ich hörte, dass er nur mit Mühe das Schluchzen unterdrücken konnte, und riss ihn mit beiden Armen an mich, indem ich weinend hervorstieß: „Ruhiger Wolf, mein Ruhiger Wolf, es ist ja nur eine Ahnung, ein Schatten, der vorübergeht. Du musst bei mir bleiben; du darfst nicht fort!“
„Ich gehe fort!“, antwortete er leise aber bestimmt, riss sich mit Überwindung seiner selbst von mir los und wendete sich nach dem Lagerplatz zurück.
Indem ich ihm folgte, suchte ich in meinem Gehirn vergeblich nach einem Mittel, ihn zu bestimmen, nicht an den bevorstehenden ZATs teilzunehmen; ich fand keins, weil es keins gab. Was hätte ich darum gegeben, und was gäbe ich noch heut darum, wenn es mir möglich gewesen wäre, einen Ausweg zu finden…!
nach: (c) Winnetous Tod (Winnetou III, siebentes Kapitel: Am Hancockberg) |
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20.07.2010 11:17 -
Bernd -
Roter Stern Belgrad
(0.3 TK)
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