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Vergesslichkeit lohnt sich nicht
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Der demente taktische Einsiedler Solo seziert angestrengt seine sich kreisenden Gedanken, verknüpft Vermutungen mit Ahnungen, Halbwissen mit Vorstellungen, Tag ein, Tag aus, ohne zu merken, das selbige in der Summe immer kleiner werden, ganz so wie ein Zitronen-Eis im Sommer.
Der mentale Saft, er schwindet und schwindelt Solo gleichsam etwas vor. Die Wände der eigenen Zurechnungsfähigkeit sie kommen näher, immer näher. Altbekannte und unliebsame Gesichter werden zu neuen Freunden, längst verworfene, weil fehlerhafte taktische Winkelzüge, zu neuen Offenbarungen, der eigene Körper zum Vergnügungspark zur Entdeckungsreise und wöchentliche Fußballspiele zur Farce. Letzte Woche ließ Solo beispielsweise die drei etatmäßigen Torhüter im Sturm spielen (Solo: „Mit euren Klamotten könnt ihr für Ablenkung sorgen und vielleicht den ein oder anderen Pass abfangen!“), das Mittelfeld von nur einem Spieler beackern („So schaffen wir mehr Platz für schnelle Spielzüge“) |
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und den Sechzehnmeterraum dafür von den vereinsinternen sechs Rasenpflegern beschützen („Die Gegner müssen nur einen Grashalm umtreten, um von der gebündelten Kraft des grünen Daumens in den Arsch getreten zu bekommen. Diese Taktik ist mit Sicherheit ein Geniestreich!“ – was für ein riesiger Mist. Solo’s Team verlor 34:0, bekam dabei unter anderem zwei rote Karten wegen Handspiels der „Stürmer“, einen Platzverweis für falsches Anwenden einer Mistgabel, vier gelbe und drei grüne Karten und benötigte darüberhinaus nach 74 Minuten ein Sauerstoffzelt für den völlig entkräfteten Mittelfeldspieler. Solo zeigte sich nach dem Spiel immerhin selbstkritisch: „Das war insgesamt doch eher scheiße, muss ich ja zugeben. Aber gut, aus diesen Fehlern lernt man immerhin!“
Nun, eine Woche später, hat Solo aber etwas ganz besonderes ausgetüftelt, wie er meint. „Ich habe mir überlegt, dass wir die Torhüter einfach im Sturm spielen lassen...“
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08.10.2010 12:32 -
Don Solo -
Universidad de Concepción
(0.3 TK)
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