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Roquo, der gescheiterte Quantenfloskler
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Es klingt wie eine dieser merkwürdigen Geschichten, die man einfach nicht so recht glauben mag. Wie die vom Hobbit ohne Fußbehaarung oder dem Südländer ohne Haargel unter den Achseln. Aber es gibt sie tatsächlich diese merkwürdigen Ausnahmen, die plötzliche und fast nicht zu erklärende, stufenartige Weiterentwicklungen der eigenen Spezies darstellen, und am Ende doch scheitern – wie nicht zuletzt der wenig beliebte Quastenflosser beweist.
Eine dieser Geschichten trug sich vor nicht all zu langer Zeit im fernen Chile, der ehemaligen Heimat mental gut durchgegarter Bohemiens, zu. Dort, wo schon immer übertriebene Eloquenz und liebreizende Garstigkeit das Miteinander prägten, wo ein ironischer Unterton hier und eine kleine Gemeinheit da schnell zu einem - nur noch im weitesten Sinne sportlichen - Längenvergleich wurde, war es vor allem die fleischgewordene Depression Roquo, die als medialer Quantenfloskler, den |
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Riemenvergleich in der Presse auf eine neue Anhöhe hob, auf ein Niveau fern jeder Vorstellungskraft. Er war wie der plötzliche Übergang vom umnachteten Kiemenkeiler hin zum lungengefüllten Bierliebhaber in HD. Ein Schritt raus aus dem abgestanden Geplätscher hin zum spaßigen Sprudelwasser. Doch wie so oft, sind es oft die ersten, die wackeren Pioniere, die am Ende zurückfallen. Denn mit einem Sack literarischer Versatzteile, Phrasen und geklauter Lizenzen für fragwürdige Außenseiter-Witze schwang sich Solo zum neuen Herrn der Lüfte auf... bis auch er irgendwann keine Liane mehr fand – alle abgewandert nach China oder Usbekistan. So blieb am Ende nur gerodete Presselandschaft, Dürre und Tristesse übrig. Damit war der Quastenflosser zurück ins Wasser geprügelt, der Geist zurück in der Flasche verbannt und Roquo am Ende aus dem Land getrieben – und das schlimmste: Ein Lutscher ersetzt ihn... Oh, du armes Chile!
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26.04.2012 21:35 -
Don Solo -
Universidad de Concepción
(0.3 TK)
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