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Frostiges Anden-Weihnachtsmann-Imitat
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Hoch oben in den Anden, auf über 6000 m über dem Meeresspiegel, bereitet sich ein gut ausgebeulter Mann auf seinen Job als Weihnachtsmann-Imitator vor.
Dieser Mann, nennen wir ihn Don S., hasst eigentlich alles Feierliche, v.a. das Christfest. Aber in unserer auf Hochglanz getrimmten Ellbogengesellschaft kommt einer wie er, einer ohne jedwede spitze Knochenauswüchse, nicht gut an, noch weniger zurecht und so ist es mal wieder leer in seiner Kasse. Der Job als zweitklassiger Fettwanst mit weißem Bart kommt da gerade noch rechtzeitig. Von seinem Verein, nennen wir diesen U. de Concepcion, bekommt er seit Jahren nur den Mindestlohn (in Chile ein Alpaka und ein fensterloses Trainerverlies), so dass er von dem pompösen Leben wie es Kollege Powerkraut genießt, nicht mal zu träumen wagt. Aber nun könnte sich vieles ändern, vielleicht sogar alles.
Der Weihnachtsmann hat in Chile Tradition und genießt größtmögliche Anerkennung. Nicht nur, dass es Plätzchen und warme Milch gibt, nein, jährlich am 25. Dezember werden die besten Imitatoren mit einem Preis geehrt – der goldenen Rentier-Nase. Diese ist angeblich mehrere hundert Alpaka und fensterlose Trainerverliese wert und für den |
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gebeutelten Mann, nennen wir ihn D. Solo, möglicherweise das Sprungbrett in ein Leben voller Luxus von dem selbst ein Powerkraut nur träumen kann. Dafür heißt es jedoch trainieren wie ein Wahnsinniger, stundenlang Santa-Übungen hoch oben im ewigen Schnee absolvieren, um für den Tag der Tage bereit zu sein. Es gilt nämlich die eigene Wampe elegant durch die Kamine buxieren sowie den Sack voller wertloser Geschenke stemmen zu können. V.a. heißt es aber überhaupt die alte Schlitten-Kandare durch die, als kleine hässliche Rentiere verkleideten, Alpaka in die nächstgelegenen Städte und Dörfer ziehen zu lassen.
Ja, noch sind es frostige Zeiten für den Mann, der sich fest vorgenommen hat: „Am heiligen Abend werde ich Chiles Kamine so richtig zum Brennen bringen – so dass man mich nie wieder vergisst. Der Preis ist mir damit praktisch sicher.“
Inwieweit sich das auf die heutigen Spiele auswirken könnte, wollte er nicht kommentieren (O-Ton: „Das will ich nicht kommentieren!“), wünschte anschließend allerdings den Kollegen ganz herzlich besinnliche Feiertage (O-Ton: „Ich hasse hier alle!“). Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
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20.12.2013 17:09 -
Don Solo -
Universidad de Concepción
(0.3 TK)
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